Das einzigartige Handwerk

Heute ist Le Klint ein modernes Produktionsunternehmen, das gleichzeitig an einer starken Handwerkstradition festhält. Von Fließbandarbeit und Massenproduktion gibt es hier nichts. Die klassische Handwerkskunst wird durch die sogenannten Falttechniken beibehalten.

"Falttechniken"

Die sogenannten Falttechnikerinnen von Le Klint sind etwas ganz Besonderes. Nur in Odense – nirgendwo sonst auf der Welt  - wurde das Falten von Lampenschirmen als Handwerk bewahrt. Und nur bei Le Klint werden kreuzplissierte Schirme hergestellt. Viele Ingenieure haben sich schon daran versucht, Maschinen herzustellen. Es hat sich jedoch als zu schwierig erwiesen und das Handwerk war nie in Gefahr.

"Origami"

Es ist das japanische Wort Origami, das der Kunst des Papierfaltens ihren Namen gibt. Ori bedeutet falten, während Kami Papier bedeutet, und da dies gami ausgesprochen wird, ist daraus das Wort „Origami“ geworden. Ursprünglich stammt die Kunstform aus China, wurde aber später in Japan perfektioniert. In beiden Ländern gab es eine Tradition von Reispapierlampen bzw. Papierlaternen. Japan ist heute einer der größten Märkte von Le Klint, da es in vielerlei Hinsicht eine Verwandtschaft zwischen skandinavischem und japanischem Design gibt.

Das Bild zeigt die Faltstube, wie sie in den 1960er Jahren aussah. Damals trugen die Mitarbeiter weiße Kittel.

Treue Mitarbeiter

Es dauert rund ein Jahr, bis eine Falterin die Technik erlernt hat und zwei bis drei Jahre, bis alle im Sortiment vorhandenen Modelle gemeistert werden. Viele der Falttechnikerinnen sind bereits seit vielen Jahre angestellt und in der Firma wird immer wieder gescherzt, dass die neu angestellten Falterinnen erst ernst genommen werden, nachdem sie ihr 25-jähriges Jubiläum gefeiert haben.

  • Auf dem Bild oben ist der Falttechniker Bente Madsen beim Falten eines Model 1 zu sehen.
  • Hier ist sie 18 Jahre später an genau derselben Stelle in der Faltstube zu sehen.

Die Muster werden geprägt

Die Falttechnikerinnen lernen beides, sowohl das Falten der rechtwinkligen Plissees, wie beim klassischen Modell 1, als auch das Wellenfalten der Sinus Line. Die Plissees werden nach Mustern gefaltet, die in das Papier oder in das Kunststoffmaterial geprägt sind. Die Linien sind nicht in das Material geschnitten, sondern als Linien vorgeprägt, die gefaltet werden können. Die Prägemaschine, die bei Le Klint entwickelt wurde, besteht aus einer Messingwalze, welche die Muster nach unten in ein Materialrolle prägt. Es gibt für jedes einzelne Modell eine Walze.

Von der Prägemaschine zum Falten und zum Nähen

Wenn das Material geprägt ist, wird es in Stücke geschnitten, die der Größe einer Lampe oder eines Lampenschirms entsprechen – und schon kann mit der Faltung begonnen werden. Nach der Faltung werden die Schirmenden mit einer Naht vernäht, normalerweise an den Flügeln, wenn es dort möglich ist. Dann wird der Schirm gewendet, sodass die Naht verdeckt ist. Wenn die Lampe geprägt, gefaltet und genäht wird, landet sie in der Qualitätsabteilung. Zu diesem Zeitpunkt hat die Lampe bereits mehrere Phasen durchlaufen und es wird ständig überwacht, ob Fehler im Material vorliegen oder ob beim Falten oder Nähen ein Fehler aufgetreten ist. Hier wird die Lampe durch Drehen, Wenden und ein letztes Mal sorgfältig geprüft, bevor sie mit Kabel und Fassung verpackt und dann auf die Transportreise zum richtigen Besitzer geschickt wird.

Die Fingerfertigkeit der Falttechnikerinnen

Dank der großen Fingerfertigkeit der Faltmitarbeiter wurden im Laufe der Jahre die Modelllayouts der Designer umgesetzt und sie werden zu Rate gezogen, wenn neue Ideen in die tatsächliche Produktion umgesetzt werden müssen.